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IM NAMEN DES VOLKES

Spaziergangs-performance,
Leipzig
2009

Eine Produktion von Diana Wesser in Zusammenarbeit mit Werkstattmacher e.V.,
 LOFFT.Leipzig. und Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.


Im Namen des Volkes


Die Performance wurde für das historisch aufgeladene Areal rund um den Leipziger Simsonplatz konzipiert. Hier befinden sich das Bundesverwaltungsgericht (ehemals Reichsgericht und später Dimitroffmuseums). An Beispielen verschiedener mit dem Ort verbundener Einzelschicksale wurde die Frage thematisiert, wer oder was über die Zugehörigkeit von Individuen zum so genannten Guten oder Bösen entscheidet und wie willkürlich eine solche Zuordnung sein kann.

Ein Justizwachtmeister führte in das Untergeschoss des Landgerichts, wo sich der Hausmeister einen Partykeller eingerichtet hatte. Eine Stimme aus dem Radio forderte dazu auf, zum benachbarten Kanalufer weiter zu gehen. Dort spielte eine Geigerin Improvisationen zu einem Stück von Felix Mendelssohn Bartholdy, auf das die Gestaltung der Uferanlage Bezug nimmt: Treppenstufen deuten Notenlinien an, Steinblöcke stehen für die Noten. Das Spiel der Geigerin lenkte die Aufmerksamkeit des Publikums auf das Geschehen in der Uferanlage, wo zufällige und choreografierte Bewegungen und Rhythmen aufeinandertrafen. Vor dem Bundesverwaltungsgericht angekommen, wurde das Publikum in zwei Gruppen geteilt und getrennt voneinander um das Gebäude geführt. Auf dem Weg war jeweils eine von zwei miteinander verbundenen Lebensgeschichten zu hören, die auf ein Gerichtsurteil Bezug nahmen, das im Jahr 1930 in diesem Gebäude gesprochen wurde. Auf der Gebäuderückseite war die Choreographie einer stilisierten Straßenschlacht zu sehen, ein vorbeifahrendes Auto lieferte dazu den.

Während des Spaziergangs wurde einzelnen Personen im Publikum Zettel mit Hintergrundinformationen zu dem zuvor Erlebten, Gehörten und Gesehenen zugesteckt. In einem nahe gelegenen Café, der letzten Station der Performance, wurden sie gebeten, die Zettel vorzulesen. Das Ende des Spaziergangs leitete so in einen Austausch von Performern und Publikum über.

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes ‚Das Böse ist ein Eichhörnchen‘ der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | In Koproduktion mit Werkstattmacher e.V., LOFFT Leipzig und Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig | Mit: Sebastian Bayer, Sophia Bös, Lukas Bugiel, Cornelius Danneberg, Sarah Dockhorn, Heike Eulenberger, Yvonne Gräfe, Bernd Hobe, Yvonne Kaiser, Hanna Mock, Michael Quad, Barbara Szpunier, Sophie Stephan, Dario Stüber, Herr Weber, Diana Wesser, Muriel Zibulla und vielen anderen. | Hörspieltext: Claudia Klischat | Regieassistenz: Lukas Bugiel

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